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Last updated 13.10.2009

2. Spring School on Immunology

"Die Spring School in Ettal ist nun eine feste Größe"

 
Ein Bericht von Barbara M. Bröker und Mareike Schmudde aus Greifswald

"Fahren denn heute wieder Züge?" wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "2nd Spring School on Immunology" begrüßt, als sie am Montag, dem 6. März in Ettal eintrafen. Heftiger Schneefall hatte den Schienenverkehr in Bayern am Vortag völlig lahm gelegt, am Frankfurter Flughafen "strandeten" gar 10 000 Passagiere. So warteten die Organisatoren gespannt … und alle schafften es pünktlich!

57 junge und 24 erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich in dem idyllischen Dorf in den bayerischen Alpen zusammengefunden, um gemeinsam fünf ungestörte Tage mit ihrer Lieblingsbeschäftigung – der Immunologie – zu verbringen. Der Erfolg des Konzepts des vorigen Jahres hatte sich offensichtlich herumgesprochen: Die Zahl der Anmeldungen hatte sich fast verdoppelt, und obwohl der exotisch-repräsentative chinesische Saal des Klosters Ettal bis auf den allerletzten Platz gefüllt wurde, mussten die Organisatoren diesmal leider einigen Interessenten absagen. Vielleicht im nächsten Jahr!

Im wissenschaftlichen Programm drehte sich natürlich alles um Immunologie. Jeden Tag gab es vier bis sechs Vorträge, die jeweils zu einem großen Themenkomplex gehörten. Die angesprochenen Fragen waren dementsprechend vielfältig: Wie kommunizieren Immun- und Nervensystem? Was können dendritische Zellen – oder besser: gibt es etwas, was sie nicht können? Was hat der "sechste Sinn" mit Leukozyten zu tun? Welche Karriereoptionen haben Monozyten? Wie funktioniert das dichte Beziehungsgeflecht der Signalmoleküle zwischen Membran und Kern? Können NK-Zellen noch etwas anderes als Zellen töten? Welche Gene regulieren die Keimzentrumsreaktion der B-Zellen und was kann dabei schiefgehen? Wie und wo und wie lange überleben Plasmazellen? Worin unterscheiden sich D ( disappointing)- von E ( exciting)-Adapterproteinen? Lohnt es sich, KO-Mäuse herzustellen, und welche Wege führen dabei sicher und elegant zum Ziel? Wie vermeide ich notorische Fehler bei der Durchflusszytometrie? Und, und, und …

Im Anschluss an die Vorträge war ausreichend Gelegenheit, in lockerer Runde das zuvor Gehörte weiter zu vertiefen. Geradezu unermüdlich zeigten sich die Teilnehmer auch bei den Posterpräsentationen in den Vortragspausen und abends bzw. bis in die Nacht hinein. Ob das begleitende Getränkeangebot das Durchhaltevermögen stärkte? Als Reaktion auf die durchweg sehr konstruktive Kritik an den vorgestellten Arbeiten verteidigten einige "Nachwuchs"-Wissenschaftler ihr Werk vehement, andere sahen die Notwendigkeit weiterführender Versuche ein und versprachen mit Eifer: "I’ll do it next week!" Da viele Präsentationen exzellent waren, musste sich die Jury heftig den Kopf zerbrechen, um drei von ihnen für die von der Firma Luminex gesponserten Posterpreise auszuwählen.

Aber auch die Zeit für Muße, Nachdenken, Gespräche oder einfach Entspannung kam nicht zu kurz. Sie gehört fest zum Konzept dieser Spring School, denn: Keine Arbeit, die nicht durch Vergnügen noch besser würde! Ski und Rodel sehr gut hieß es auch diesmal. Für Romantikfans stand ein Besuch von Schloss Linderhof auf dem Programm. Bei der Führung durch Klosterbrauerei und -destillerie gewann man den Eindruck, dass der eine oder andere im Vorjahr bereits auf den Geschmack gekommen war.

Bewährt haben sich wieder unsere großzügigen Sponsoren, die die Spring School durch ihre Informationsangebote bereicherten, in ihren Vorträgen zu zentralen und innovativen Techniken den Blick auf das immunologische Labor der Zukunft richteten, und die vor allem auch den praktischen Teil wesentlich mitgestalteten. Hier traten die Teilnehmer wieder zum Wettlauf um die größte Ausbeute und Reinheit nach magnetischer Monozytenisolation aus fixierten Blutzellen an. Danach bestimmten sie mit dem Durchflusszytometer synchron mehrere Zytokine in den Kulturüberständen aktivierter Zellen. Für die professionelle und auch vergnügliche Gestaltung gebührt den Firmen Becton-Dickinson und Miltenyi Biotec besonderer Dank. Nicht zuletzt ist dem großzügigen finanziellen Engagement der immunologisch aktiven Pharma- und Biotechfirmen auch der moderate Tagungsbeitrag zu verdanken: € 450 für fünf Tage Wissenschaft, Unterkunft, Verpflegung und Spaß; dies hat mit Sicherheit vielen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überhaupt erst die Teilnahme an der Spring School ermöglicht.

Vielleicht sollte abschließend erwähnt werden, dass Frauen sechs der 24 Vorträge hielten. Was manchmal noch schwer fällt, in Ettal gelingt es, die jungen Wissenschaftlerinnen unseres Fachs durch Beispiel zu ermutigen, mit Optimismus in ihre berufliche Zukunft zu blicken.

Zweifellos - die Spring School der DGfI in Ettal ist eine Institution. Deshalb wird sie auch ihren bewährten Namen behalten, obwohl die Organisatoren mitunter die Bezeichnung "Snow School" erwogen. Bei der Abreise schneite es kräftig.

 

Die Frühlingsschule Ettal 2006 wurde organisiert von

 Barbara Bröker
 Ottmar Janssen
 Michael Lohoff
 Fritz Melchers
 Andreas Radbruch
 Hendrik Schulze-Koops

 

Die Organisatoren danken den großzügigen Sponsoren, ohne die die Durchführung dieser Frühlingsschule nicht möglich gewesen wäre:

 Abbot GmbH & Co. KG
 BD Biosciences
 Beckmann Coulter
 Bender MedSystems
 Biosource Invitrogen
 Caltag Laboratories International GmbH
 CellGenix Technology Transfer GmbH
 DakoCytomation GmbH
 Luminex
 Miltenyi Biotec GmbH
 MSD Sharp & Dome GmbH
 Novartis Pharma GmbH
 R&D Systems GmbH

 

Weitere Informationen auf der Internetseite der DGfI unter
http://www.immunologie.de/AKTUELLE_INFO/SpringSchool/index.htm

 

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