| 1. Springschool on Immunology – eine gelungene Premiere
Ein Bericht von Barbara Bröker, Ottmar Janssen, Michael Lohoff, Fritz Melchers,
Andreas Radbruch, Hendrik Schulze-Koops
Experimente einmal anders: Die Frühjahrstagung hat ein neues Gesicht. Die erste "Frühjahrsschule" der Gesellschaft für Immunologie fand vom 28. Februar bis 4. März 2005 in Ettal in Bayern statt. Angesichts der internationalen Ausrichtung ist die Bezeichnung "Spring School on Immunology" vielleicht treffender. Die freundlichen Mönche der Benediktinerabtei hatten dem Organisationsteam den wunderschönen "Chinesensaal" des Klosters zur Verfügung gestellt, dazu noch mehrere Nebenräume und den Kursraum ihres Gymnasiums für das experimentelle Arbeiten. 55 Teilnehmer aus 8 Ländern und 24 Dozenten aus 5 Ländern waren im Hotel "Ludwig der Bayer" untergebracht, gleich gegenüber der Abtei. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, auch dank der Klosterbrauerei und -brennerei.
Die Frühjahrstagung der DGfI kränkelte schon länger. Immer wieder zögerten engagierte Organisatoren den Exitus hinaus, im Jahr 2003 war es dann doch soweit. Der Vorschlag, statt einer zweiten Jahrestagung der Gesellschaft eine Veranstaltung mit eigenem Profil zu schaffen, fand breite Zustimmung. Eine "Frühjahrsschule" sollte jungen Mitgliedern der Gesellschaft einen breiten Überblick über das Fachgebiet verschaffen, fachlich und didaktisch ausgewiesenen jüngeren und älteren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich der Jugend vorzustellen und hochkarätige Wissenschaftler aus dem Ausland in die Aktivitäten der Gesellschaft einbinden. Zunächst wurden alle größeren Institute der Gesellschaft gefragt, wie sie sich eine solche Veranstaltung wünschen würden. Dann wurde aus diesen Wünschen ein Konzept destilliert und mit Vorstand und Beirat abgestimmt. Schließlich ging es ans Werk. Der Vorstand berief ein Organisationsteam, das diese Aufgabe engagiert anpackte (siehe Autoren dieses Berichtes). Wie sieht das Konzept aus? Nun, zunächst einmal so: Spaß muss sein, ein schöner Ort, Zeit für Gedanken und Gespräche, Sport und Freizeit, spannende Wissenschaft und Entwicklung im Dialog. Immunologie ist ja eigentlich ganz einfach: angeborene und erworbene Immunität, Infektion, Impfung, Tumorabwehr, Transplantation, Allergie, Autoimmunität und Immundefizienz. Gar nicht so schwierig, aber was machen eigentlich dendritische Zellen vor, nach und während ihrer Aktivierung, und sind sie wichtiger als Makrophagen? Sind regulatorische T Zellen wirklich an allem schuld und wie wichtig sind B Zellen? Konzepte, experimentelle Ansätze, Daten und Fakten, jeder Dozent mischte seinen Vortrag etwas anders. Interessant waren eigentlich alle, manche waren herausragend. Ach ja, um das alles zu untersuchen braucht man auch noch ein bisschen Technologie, diesmal Zytometrie und Zellsortierung. Fünf Tage waren schnell vorbei. Montags das angeborene Immunsystem, dienstags das erworbene, mittwochs Infektion und Impfung, donnerstags klinische Immunologie und freitags Technologie. Jeden Vormittag fünf Vorträge, in den Pausen bemerkenswert guter Kaffee und aktuelle Informationen der Sponsoren. Fast alle Firmen, die auf dem Gebiet der Zytometrie und Zellsortierung aktiv sind, waren in Ettal mit Informationsständen vertreten. Das Mittagessen zog sich meist etwas in die Länge, alternativ gab es auch Lunchpakete. Nachmittags Ausflüge nach Schloss Linderhof, Ski fahren, Gespräche, Führung durch das Kloster Ettal oder einfach abhängen. Um 17:00 Uhr Tutorien, der Dialog mit den Dozenten. Nach dem Abendessen dann die Poster der Scholaren. Die Hälfte der Teilnehmer stellte sich dem kritischen Urteil der Dozenten und Teilnehmer. Mann und Frau wanderten von Poster zu Poster. Intensive Posterdiskussionen – "in vino veritas". Dunkel umrandete Augen am nächsten Morgen, aber alle waren pünktlich wieder da. Am letzten Tag dann die technologische Herausforderung. Grundlegendes und Innovatives aus den Bereichen Zytometrie und Zellsortierung. Zuerst theoretisch, dann auch praktisch. Zwei Experimente standen auf dem Programm, die magnetische Isolierung von Monozyten aus fixierten Blutzellen und der zytometrische Bead-ELISA mit der Frage, welche Chemokine Th1 und Th2 Zellen sezernieren. Auch eine Premiere! Jeweils ein Team gewann den MACS-Cup für die beste Reinheit und die beste Rückgewinnung der isolierten Monozyten und damit einen Satz T-Shirts. Der Dank der Organisatoren geht an die Firmen, die diese experimentelle Arbeit ermöglicht haben. Dank aber auch an die zahlreichen anderen Sponsoren, die die Frühjahrsschule wesentlich unterstützt haben. Ohne sie wäre auch der moderate Teilnehmerbeitrag von 350,- Euro nicht möglich gewesen, der Unterbringung und Verpflegung einschloss. Dank an die Institute der Gesellschaft. Ihre Investition in die Teilnahme ihrer Doktoranden wird sich sicher auszahlen.
Es wird noch eine Weile dauern, bis die Evaluationsbögen der Teilnehmer ausgewertet sind. Mehr Konzepte oder mehr Daten, mehr Poster, besserer Wein? Im Einzelnen gibt es sicherlich Verbesserungsmöglichkeiten. Aber schon jetzt ist klar, dass das Konzept im Prinzip funktioniert hat. Das erste Vorbereitungstreffen für die zweite Frühjahrschule 2006 wird im April 2005 stattfinden. Neue Dozenten werden in Ettal auf neue Studenten treffen. Ein Spaß wird es allemal.
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